Gastbeitrag von Anita Rendler.
Von außen sieht ein Launch oft leicht aus. Eine Ankündigung, ein paar E-Mails, Cart Open, Cart Close. Fertig. Von innen sieht das ganz anders aus.
In diesem Artikel teile ich, was ich in meiner Arbeit als Launchmanagerin beobachte und was Unternehmerinnen mir erzählen: drei konkrete Momente, die im Launch gerne unterschätzt werden.
Moment 1: Die Onboarding-Mail, die ins Leere läuft
Eine Kundin kauft deinen Kurs. Sie ist aufgeregt, hat gerade Geld ausgegeben, wartet auf eine Bestätigung – und bekommt nichts. Oder eine Mail, die sich anfühlt wie ein generischer Autoresponder.
Nicht weil du unvorbereitet bist, sondern weil der gesamte Fokus auf dem Verkauf liegt. Und das, was danach kommt, wird nicht ausreichend mitgedacht. Die Automation greift nicht, ein Tag fehlt. Die Sequenz läuft, aber die falschen Personen auf deiner E-Mail-Liste bekommen sie.
Was dabei auf dem Spiel steht, ist mehr als eine Mail: Es ist der erste Eindruck nach dem Kauf. Die Person ist gerade in ihrem emotionalen Hochpunkt: Sie hat Ja gesagt, sie ist dabei. Was sie in diesem Moment erlebt, prägt, wie sie das gesamte Programm wahrnimmt.
Und natürlich: Fehler passieren, aber der erste Eindruck ist einfach schon gemacht. Und on top entsteht unnötig Arbeit, um Nachfragen zur fehlenden oder unvollständigen Bestätigung zu beantworten.
Frag dich:
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- Wann hast du zuletzt deinen eigenen Kaufprozess komplett durchgeklickt – als wärst du selbst Kundin? Nicht nur drüber schauen, sondern wirklich durchgehen, von der Salespage bis zur Willkommensmail?
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- Wenn du einen Onlinekurs kaufst, welche Erwartung hast du selbst an die erste E-Mail nach dem Kauf?
Moment 2: Alle bekommen dieselben E-Mails
Du hast eine Liste und schreibst gute Mails. Und trotzdem kauft kaum jemand.
Einer der häufigsten Gründe dafür: Alle bekommen dieselbe Botschaft, egal wo sie im Prozess stehen. Die treue Leserin, die deinen Newsletter seit zwei Jahren liest, bekommt dieselbe Mail wie jemand, der sich gerade erst eingetragen hat. Die Teilnehmerin deines Launch-Events bekommt dieselbe Erinnerungsmail wie jemand, der das Webinar verpasst hat. Die Käuferinnen bekommen weiterhin Verkaufsmails, weil die Segmentierung falsch ist oder vergessen wurde.
Das fühlt sich einfach nicht relevant an, damit holst du deine Leser nicht ab und dein Angebot wird nicht gekauft. Segmentierung klingt erst einmal nur nach Technik, ist aber in Wirklichkeit auch eine Frage des Respekts gegenüber der Zeit und Aufmerksamkeit deiner Leserinnen.
Eine gut segmentierte Liste ist Gold wert und verkauft deutlich besser als eine unsortierte. Nicht weil du mehr E-Mails versendest oder Druck aufbaust, sondern weil du gezielter sprichst. Und Segmentierung ist keine „Spielerei“ für große Listen. Sie ist die Grundlage für Klarheit. Denn, wenn du weißt, wo jemand steht, weißt du auch, was diese Person als Nächstes braucht.
Frag dich:
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- Ist deine E-Mail-Liste gut segmentiert oder gibt es hier “blinde Flecken”?
Wer hat sich zum Launch-Event angemeldet? Und wer braucht noch einen letzten Schubs? Wer hat teilgenommen, aber nicht gekauft? Das sind drei verschiedene Gespräche und jede verdient eine eigene Antwort.
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- Aus welchen Gründen hast du dich selbst schon einmal aus einem Newsletter ausgetragen?
Moment 3: Der Launch-Tag – der Tag, an dem vieles gleichzeitig passiert
Du willst an deinem Launch-Tag präsent sein. Du willst Energie haben für dein Webinar und die Teilnehmerinnen. Du willst das ausstrahlen, was dein Angebot verspricht.
Was oft stattdessen passiert: Du prüfst, ob die Reminder-Mail rausgegangen ist. Du prüfst noch einmal kurz die Einstellungen im Webinar-Tool. Du antwortest auf eine Nachricht, denn der Zugangslink wurde nicht gefunden. Und irgendwo dazwischen versuchst du, ruhig und fokussiert zu wirken.
Das ist kein Einzelfall. Und es hat nur zum Teil mit Vorbereitung zu tun. Je besser alles eingerichtet und getestet ist, desto ruhiger der Tag. Aber selbst mit der besten Vorbereitung werden Fragen kommen. Es findet immer irgendjemand den Zugangslink nicht… Die liebe Technik kann immer zicken, auch wenn du gut vorbereitet bist. Das lässt sich nicht komplett wegplanen. Der Launch-Tag hat schlicht zu viele gleichzeitige Aufgaben, die Fokus brauchen.
Was ich damit sagen will: Ob etwas passiert, kannst du nicht immer kontrollieren. Wer es auffängt, schon! Wenn du am Launch-Tag selbst noch die Technik übernimmst, fehlt dir genau die Energie, die du für deine Teilnehmerinnen brauchst. Und die ist durch nichts zu ersetzen.
Der Launch-Tag sollte der Tag sein, an dem du am wenigsten koordinieren musst – weil vorher alles eingerichtet, getestet wurde und weil du die Technik im Launch-Event nicht selbst tragen musst!
Frag dich:
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- Was hat dich beim letzten Launch aus dem Fokus gerissen? Und welche dieser Aufgaben hättest du abgeben können?
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- Was wäre, wenn am Launch-Tag jemand anderes die technischen Fragen auffängt – während du dich voll auf deine Teilnehmerinnen konzentrierst? Wie würde sich das anfühlen?
Was ich in jeden Launch mitbringe
Was ich bis hierhin beschrieben habe, sind keine Ausnahmefälle. Es sind die Momente, die ich in meiner Arbeit häufig sehe. Und was ich dabei gelernt habe: Gute Vorbereitung ist mehr als ein Zeitplan. Hier sind zwei Dinge, die für mich in jeder Zusammenarbeit dazugehören.
1. Gemeinsames Setup zu Beginn, damit im Launch keine Fragen offen sind
Vor jedem Launch legen wir gemeinsam fest, wie wir kommunizieren. Wer ist für was zuständig? Wie schnell reagieren wir in der heißen Phase? Was passiert, wenn etwas nicht funktioniert?
Außerdem richte ich einen zentralen Ablageort ein – egal ob das ein geteilter Google-Drive-Ordner ist oder ein Projektmanagement-Tool. Dort liegt alles, was im Launch relevant ist: Links zu allen Landingpages, Texte, Zeitplan. Damit es keine langen Suchaktionen in stressigen Momenten gibt: alles griffbereit für alle Beteiligten, jeder weiß, wo er es findet.
Das klingt selbstverständlich, ist es aber in der Praxis nicht immer. Viele Launches werden mit viel Wissen gestartet, das nur im Kopf einer Person steckt. Das rächt sich spätestens dann, wenn diese Person gerade live ist und jemand anders eine Entscheidung treffen muss oder es krankheitsbedingte Ausfälle gibt.
2. Die “Kopf-frei-Map”: technische Zusammenhänge auf einen Blick
Für jeden Launch erstelle ich neben Zeitplan und Übersicht an Todos eine grafische Übersicht der gesamten Technik: Welches Tool hängt mit welchem zusammen? Welcher Trigger löst welche Automation aus? Welche E-Mail-Sequenz wird von welchem Ereignis gestartet? So erkenne ich schnell, wo ich eingreifen muss, wenn die Technik hakt und v.a. welche Auswirkungen dieser Technik-Fail auf die nachfolgenden Schritte hat.
Das ist für mich kein “nice to have”, sondern eine mentale Entlastung für den Moment, in dem die Technik streikt. Statt jedes Tool einzeln zu öffnen und zu prüfen, sehe ich so viel schneller, wo das Problem sein könnte. Das bedeutet im Ernstfall: weniger Suchzeit, mehr Handlungsfähigkeit und Kontrolle, selbst wenn gerade nicht alles rund läuft.
Ich nenne das die “Kopf-frei-Map” – weil sie genau das macht: Sie räumt den Kopf frei für das, was wirklich zählt.
“Launch-Burnout” auch nach erfolgreichen Launches?
Ich möchte noch etwas ansprechen, über das, wie ich finde, zu selten gesprochen wird: Launches können erschöpfen, auch wenn sie gut laufen.
Du hast gut verkauft, die Zahlen stimmen. Und trotzdem läufst du nach dem Launch wochenlang im Energiesparmodus rum. Das liegt nicht daran, dass du zu schwach bist oder “Launchen nichts für dich ist”. Es liegt daran, dass ein Launch echte Energie kostet – und wenn diese Energie nicht durch gute Vorbereitung und Unterstützung geschützt wird, zahlt sie dein Körper.
Das Ziel eines guten Launches sollte meiner Meinung nach nicht nur der Umsatz sein. Genauso wichtig ist es, dass du nach dem Launch erholt genug bist, um den nächsten Schritt zu gehen. Um präsent und voller Energie zu sein, für die Käuferinnen, die gerade eingestiegen sind. Das ist möglich.
Was dir dabei helfen kann:
Schau einmal ehrlich hin, bevor der nächste Launch startet. Nicht was du alles selbst tun könntest, sondern was du wirklich selbst übernehmen willst:
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- Was gibt dir Energie?
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- Was zieht dir Energie?
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- Und was wäre, wenn du genau das abgibst, was zu viel Energie kostet und du dich auf das konzentrierst, was dir Freude bereitet oder nur du kannst?
Es gibt keine universelle Antwort darauf. Aber diese Frage zu stellen und ehrlich zu beantworten, ist der erste Schritt zu einem Launch, der dich nicht ausbrennt.
Das kannst du aus dem Artikel mitnehmen:
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- Der Kauf ist nicht das Ziel – er ist der Anfang. Onboarding gehört zur Launchplanung und ist kein Gedanke für ganz am Schluss. Der Moment nach dem Kauf ist einer der wichtigsten im gesamten Launch – und wird oft unterschätzt.
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- Segmentierung entscheidet über Relevanz. Wer seine E-Mail-Liste gut segmentiert, schickt zur richtigen Zeit die richtige Botschaft. Das ist die Grundlage für Vertrauen und letztendlich ein wichtiger Baustein für erfolgreiche Launches.
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- Der Launch-Tag sollte der ruhigste sein. Ob etwas passiert, kannst du nicht immer kontrollieren. Wer es auffängt, schon.
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- Gute Vorbereitung braucht einen gemeinsamen Nenner. Wer was macht, wo alles liegt, was im Notfall passiert – das muss vor dem Launch geklärt sein, nicht währenddessen.
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- Meine “Kopf-frei-Map” gibt Kontrolle im Chaos. Eine grafische Übersicht aller Tools und Abhängigkeiten spart im Stressmoment Zeit und Nerven. Individuell erstellt, denn jeder Launch ist anders.
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- Stell dir diese Frage, bevor dein nächster Launch startet: Was bedeutet für dich ein guter Launch?
Reicht es, das Umsatzziel zu erreichen oder gehört für dich dazu, danach noch energiegeladen zu sein?
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Anita Rendler – E-Mail-Marketing & Launchmanagement für Online-Unternehmerinnen
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